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Ergebnisse Weizensortenversuch 2016

Am 3. August haben wir unseren Weizensortenversuch geerntet und ausgewertet. Was uns zu diesem groß angelegten Vergleich bewegt hat, könnt Ihr im Blogeintrag vom 13. Juli nachlesen.

Zahlreiche Regenschauer und auch ein Hagelereignis haben nicht nur dem Versuchsfeld in Rodingersdorf ordentlich zugesetzt, zur Ernte waren bis auf die Sorte Bernstein alle Varianten zumindest zum Teil im Lager.

Wie sich die einzelnen Sorten optisch, im Ertrag und bei den Proteinwerten gezeigt haben, möchte ich heute kurz beschreiben.

Die Sorte Midas war bereits sehr früh, nämlich im Juni, im Lager. Durch die vielen Regenschauer waren die Erntebedingungen hier sehr schwierig, die Pflanzen waren schon stark in den Boden eingewaschen, unser Mähdrescherfahrer hatte da nicht die größte Freude. Wir auch nicht, aufgrund der Lagerfrucht ist das Hektolitergewicht beim Midas deutlich unter den Werten der anderen Sorten angesiedelt und erreicht nur mit Mühe Backqualität. Das Protein war mit 14,5 überraschend gut, der Ertrag lag bei 107 % der Referenzsorte Bernstein.

Tobias gefällt ubs optisch sehr gut, die Kulturführung war äußerst problemlos, die Weizenkörner haben eine satte Farbe und ordentliche Größe. Wie erwartet fällt Tobias bei dem Ertrag etwas ab, 98% zur Referenz sind aber ein sehr gutes Ergebnis. Aufzeigen kann die Sorte mit einem hervorragenden Hektolitergewicht und als einzige im Vergleich mit Proteinwerten deutlich über 15%.
Die Referenzsorte Bernstein war lange Zeit optisch die gesündeste Sorte, leider litten die Ähren aber ab Juni an Fusarien die bedingt von Wetter und der Vorfrucht Mais aufgetreten sind. Hier liegt eine der wenigen Schwächen der Sorte, die sich sowohl auf Ertrag und Qualität ausgewirkt haben dürfte. Bernstein war die einzige Sorte unter 14% Protein und auch im Hektolitergewicht nach Midas an vorletzter Stelle.
Eine wirklich positive Überraschung brachte die Edelhofer Züchtung Emilio. Sie zeigte sich über die gesamte Vegetationszeit sehr gesund, ging erst spät im Juli aufgrund der Regenschauer ins Lager und konnte ihren etwas schlechten Ruf bei der Proteineinlagerung im Korn trotzen. Mit 14,4% Protein schaffte Emilio die Qualitätsweizenhürde mit Leichtigkeit, das Hektolitergewicht war nach Tobias das zweithöchste und auch im Ertrag konnte der Waldviertler Weizen mit 115% Ertrag im Vergleich zur Referenz überzeugen.
Die zweite große Überraschung im Versuch war Genius. Der Kolbenweizen wurde eigentlich nur der Einfachheit halber dazu genommen - beim Dreschen von Versuchen ist ein Kolbenweizen leichter von Grannenweizen zu unterscheiden als zwei ähnliche Sorten und stand daher zwischen zwei Grannenweizen. Optisch machte Genius bereits ab Mai einen nicht sehr gesunden Eindruck, obwohl keine typische Weizenkrankheit zu finden war. Dass der optische Eindruck mitunter täuscht, zeigte Genius bei der Ernte: Mit 122% im Vergleich zu Bernstein erzielte Genius den mit Abstand höchsten Ertrag, der Proteinwert ist mit 14,1 immer noch gut, das Hektolitergewicht erreichte ebenfalls Qualitätsweizenkriterien. 
Als letzte Sorte war ähnlich wie Midas eine bereits ältere Sorte im Vergleich. Auch der Laurenzio zeigte sich über weite Strecken als ein einfach zu führender Grannenweizen, mit 109% zur Referenz erreichte er den dritthöchsten Ertrag bei einem sehr guten Proteingehalt von 14,5. Im nächsten Jahr werden wir erstmalig die Kreuzung aus Midas und Laurenzio "Messino" testen, eventuell könnte die Nachfolgesorte ja die positiven Eigenschaften der beiden bekannten vereinen.
Zum Abschluss möchte ich die Ergebnisse noch grafisch dargestellt präsentieren. Ich möchte noch darauf hinweisen, dass die Hagelschauer die beiden Kolbenweizensorten sicher stärker getroffen haben. Aufgrund der Versuchsergebnisse werden wir neben Bernstein den Sorten Emilio, Tobias und Genius eine Chance geben und auf einem Feld die neue Sorte Messino testen. Midas fällt für uns aufgrund der großen Lagerproblematik aus, Laurenzio werden wir aufgrund der Nachfolgesorte Messino nicht weiter verfolgen.

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